Essen Neuseeland
Was ist man gerne in Neuseeland?
Die Neuseeländer sind Fans ihrer eigenen Produkte. Vergleicht man den Fleischkonsum mit anderen Ländern, dürfte auffallen, dass der Kiwi gerne mal ein Stück Fleisch mehr pro Woche mehr ist als beispielsweise der Franzose. Berücksichtigt man die vielen Schafe und Kühe, die es hier gibt, ist das wohl kein Wunder. Hier gibt es sogar Werbung, die die Kiwis animieren soll, regelmäßig Fleisch zu essen, was ich von Deutschland aus überhaupt nicht kenne. Die Bratwürste sind jedoch in Neuseeland ein wenig gewöhnungsbedürftig da sie einen sehr hohen Fettanteil haben, was mir persönlich nicht so schmeckt, aber das kann ja jeder für sich selbst ausprobieren. Ein sehr typisches neuseeländisches Produkt ist die Kumara, eine Süßkartoffel, die ich wirklich lieben gelernt habe.
Ob nur gekocht oder ganz lecker als Pommes Fritte zubereitet, ich esse sie mindestens so gern wie die heimische Kartoffel. Vom Preis her kostete sie ungefähr das Doppelte im Vergleich zu der Kartoffel, die wir von zu Hause kennen, aber dafür bekommt man sie in lila-rot und orange☺. Vor allen in Fastfood-Läden trifft man die Kumara Fries so ziemlich überall an. Fastfood hat hier eine größere Bedeutung als in Deutschland. So gibt es typisch nationale Marken wie BurgerFuel oder Hell Pizza, die man außerhalb Neuseelands nicht antrifft. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man häufig auf Extreme trifft. Entweder die Menschen essen viel Fast Food und sehen auch dementsprechend aus oder es gibt die ganz Strengen, die viel auf organische Lebensmittel und gesunde Ernährung achten und noch dazu viel Sport treiben.
Neben der leckeren Kumara habe ich auch noch andere neuseeländische „Spezialitäten“ ausprobiert. Die Meeresschnecke Paua bekommt man in den Souvenirläden häufig als blank polierte Muschel zu kaufen. Die Paua wird hauptsächlich exportiert, aber man bekommt sie ebenso in den Supermärkten zu kaufen, wenn auch nur sehr spärlich. Das Fleisch ist ziemlich fest und weiß. Mir persönlich schmeckt sie sehr gut, aber ich bin auch ein Fan von Meeresfrüchten. Weiterhin sind Langusten (crayfish) bei den Neuseeländern sehr beliebt und viele tauchen und fangen sie sich auch selbst. Kaikura an der Ostküste beispielsweise heißt aus dem Maori übersetzt ungefähr soviel wie „good crayfish“ (kai = good food, kura = crayfish).
Und nicht zu vergessen die Kiwi! Wer verbindet Neuseeland nicht mit der Kiwi? Mittlerweile gibt es die grüne und die gelbe gibt, die beide reichlich angebaut und über Zespri vertrieben werden. Dadurch können wir sie auch in Europa genießen. Viele Früchte werden nach saisonaler Abhängigkeit gegessen, da sie dann einfach günstiger sind und sowieso ein Überangebot davon vorhanden ist.
Ein für mich etwas gewöhnungsbedürftiges Lebensmittel ist Marmite oder auch Vegemite, das hauptsächlich aus Hefe (yeast) besteht. Gegessen wird es wie ein Brotaufstrich. Die Briten mögen dies wohl ebenso ziemlich gern, jedoch sollte man es beim Probieren erstmal sparsam auf seinen Toast streichen. Der Geschmack ist sehr stark und für ungewohnte Zungen vielleicht etwas merkwürdig. Aber studieren geht über probieren!
Womit wir schon beim Brot wären, in Deutschland ein Muss und essentielles Lebensmittel!! Eigentlich ist es in Neuseeland kein Brot, sondern Toast in scheinbar unendlichen Varianten, jedoch alle sind auf die gleiche Art und Weise weich und nicht wirklich etwas für denjenigen, der an gutes deutsches Brot gewöhnt ist.
Zuerst war ich total erstaunt über die unterschiedlichen Sorten an Toastbrot, aber im Grunde genommen ist das alles nichts für mich. Mittlerweile backe ich mir mein Brot selbst. Ein weiteres sehr typisches, neuseeländisches Produkt kommt ebenso aus der Backstube. Der sogenannte Pavlova ist so was wie ein ganz fluffiger Baissé-Teig, dem man noch Früchte und ganz viel geschlagene Sahne hinzufügt. Das ganze ist dann auch dementsprechend süß, aber die Neuseeländer mögen das und man findet den Pavlova auf vielen Feiern. In so ziemlich jedem Supermarkt gibt es den fertigen Boden zu kaufen, wenn man dies mal selbst ausprobieren möchte. Von den Backwaren zu den Getränken.
Das Bier lehnen die Neuseeländer natürlich nicht ab. Für sie ist Tui das Bier der Biere beziehungsweise wird dies am meisten getrunken. Die Standartgröße einer Flasche ist nur 0,33 Liter, also kleiner als in Deutschland. Der deutsche Biertrinker kann sich daher eines mehr gönnen, aber Vorsicht mit dem Autofahren und dem Trinken in der Öffentlichkeit! Auch bei der Gestaltung der Mahlzeiten gibt es Unterschiede.
In Deutschland setzt man sich zusammen und isst gemeinsam, was doch ein wichtiges Element für das Sozialleben ist. In Neuseeland ist dies nicht so stark ausgeprägt. Man isst häufig allein, da das gemeinsame Essen hier einfach nicht diesen Stellenwert besitzt. Andere Länder, andere Sitten. Auch wenn man den neuseeländischen Lebensstil schon sehr mit dem europäischen vergleichen kann, gibt es doch die einen oder anderen Unterschiede, die es zu entdecken gibt.
Aber gerade kleinen oder großen Dinge sind interessant, einzigartig und charakteristisch und prägen sich in das Gedächtnis ein. Dann weiß ich immer, warum ich gerne so viel herumreise. Lebe, liebe, reise!!

Neuseeland
Erfahrungsbericht Neuseeland